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> Farbanaglyphen-Verfahren: Farbanaglyphen zur Erzeugung eines Tiefeneffekts

Das Farbanaglyphen-Verfahren ist eines der √§ltesten Verfahren, um ein pseudo-dreidimensionales Bild zu erzeugen. Was heutzutage als Technik f√ľr den Film bekannt ist, wurde bereits vor 150 Jahren f√ľr einfache Fotografie genutzt. Indem jedes Bild aus zwei verschiedenen Blickwinkeln erzeugt wurde, konnte die Grundlage f√ľr eine stereoskopische Betrachtung geschaffen werden. Das Farbanaglyphen-Verfahren geht auf Wilhelm Rollmann zur√ľck, der sie im Jahr 1853 in einer Arbeit mit dem Titel “Zwei neue stereoskopische Methoden” ver√∂ffentlichte.

Eine Fotografie oder ein Film wird zun√§chst aus einer zweiten Perspektive aufgenommen. Die beiden Bilder werden √ľbereinandergelegt, beziehungsweise gedruckt. Auf dem Gesamtbild werden die Teilbilder in zwei Komplement√§rfarben gef√§rbt. Um das Bild richtig wahrnehmen zu k√∂nnen, muss eine Brille getragen werden, deren Linsen dieselbe F√§rbung wie die Teilbilder aufweist. In der Regel werden hierf√ľr Einwegbrillen aus Pappe und Folie verwendet, da sie g√ľnstig produzierbar sind.

Es gibt verschiedene M√∂glichkeiten der Einf√§rbung. Die Ursprungswahl war Rot und Gr√ľn. Im Jahr 1970 wurde es im Rahmen des “Deep Vision”-Systems optimiert und die Farben Rot und Cyan verwendet. In D√§nemark hat die Firma “Color Code” ebenfalls eine eigene Farbwahl getroffen, die jedoch weniger weit verbreitet ist. Das Unternehmen nutzt Blau und Gelb f√ľr ihre Farbanaglyphen. Im Jahr 2008 wurde in England das “Trio Scopics”-System eingef√ľhrt welches auf der Ursprungswahl aufbaut, jedoch anstatt Rot, Magenta verwendet. Die Wahl der Farben basiert auf der Wellenl√§nge des Lichtes. Nur durch zwei sich √ľberlagernde Farben kann die Technik funktionieren.

Die Funktionsweise

Wird ein fertiges Bild aus einem roten und einem cyanfarbigen Teilbild durch eine entsprechende Brille betrachtet, dann wird jedem Auge nur eines der Bilder gezeigt. Das Auge mit der rot gef√§rbten Sichtfolie sieht nur das Bild, welches ebenfalls rot gef√§rbt wurde. Allerdings wird dieser Farbton durch die Linse ausgeblendet, wodurch die eigentlichen Farben des Bildes wahrgenommen werden. Durch das komplement√§re Verhalten von Rot zu Cyan wird das Teilbild, welches die zuletzt genannte Farbe tr√§gt, g√§nzlich ausgeblendet. Die Farben √ľberlagern sich und erzeugen ein komplett schwarzes Bild. Gleichzeitig nimmt das andere Auge jedoch diese H√§lfte war und blendet stattdessen den roten Part aus. Im Kleinhirn treffen letztlich zwei Bilder ein, die zwar dasselbe Motiv beinhalten, jedoch unterschiedliche Perspektiven beinhalten. Aus dieser Zusammensetzung erzeugt das Kleinhirn einen Tiefeneindruck.

Wichtig ist nur, dass sich die gew√§hlte Einf√§rbung zueinander komplement√§r verh√§lt. Die Technik hat jedoch einige Makel, weshalb sie nicht als perfekt angesehen wird. Die optische T√§uschung erzeugt bei vielen Menschen Kopfschmerzen oder √úbelkeit. Weiterhin kann es passieren, dass Bildelemente falsch wahrgenommen werden, wenn diese eine √§hnliche Original-F√§rbung besitzen, wie die Nachbearbeitung f√ľr den stereoskopischen Effekt.